Start2024-07-10T15:19:07+02:00

In fast jedem Büro gibt es sie: die Frostbeulen und die Frischluftfanatiker. Die einen frieren schon bei leichtem Durchzug, die anderen brauchen ständig frische Luft. Besonders in Großraumbüros prallen diese Bedürfnisse aufeinander. Das Ergebnis sind endlose Diskussionen und schlechte Stimmung. Dabei lässt sich der Konflikt mit ein paar einfachen Regeln lösen.

Warum frische Luft im Büro wichtig ist

Gute Raumluft ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. In geschlossenen Räumen steigt der Kohlendioxid-Gehalt schnell an. Das führt zu Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsproblemen. Auch Viren und Bakterien verbreiten sich in schlecht belüfteten Räumen leichter. Regelmäßiges Lüften senkt das Ansteckungsrisiko deutlich. Frische Luft verbessert also nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Gesundheit und Produktivität.

Das Problem mit Dauerlüften

Manche Menschen möchten das Fenster am liebsten den ganzen Tag offenlassen. Das ist jedoch keine gute Lösung. Im Winter geht dabei viel Heizenergie verloren. Die Räume kühlen aus und die Heizkosten steigen. Im Sommer dringt warme Luft ein und macht die Klimaanlage weniger effektiv. Außerdem sorgt dauerhafter Durchzug bei vielen Menschen für Verspannungen im Nacken. Dauerlüften ist also weder wirtschaftlich noch gesundheitlich sinnvoll.

Stoßlüften als beste Methode

Die effektivste Art zu lüften ist das Stoßlüften. Dabei öffnest du die Fenster für wenige Minuten komplett. Die verbrauchte Luft wird schnell ausgetauscht, ohne dass die Wände auskühlen. Im Winter reichen drei bis fünf Minuten aus. Im Sommer kannst du etwas länger lüften, am besten in den kühleren Morgenstunden. Nach dem Stoßlüften schließt du die Fenster wieder. So bleibt die Raumtemperatur stabil.

Wie oft sollte gelüftet werden

Die Häufigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab. Je mehr Menschen im Raum sind, desto öfter solltest du lüften. Als Faustregel gilt: alle ein bis zwei Stunden für einige Minuten. In Besprechungsräumen mit vielen Teilnehmern ist häufigeres Lüften sinnvoll. Auch nach dem Mittagessen, wenn viele Kollegen zurückkehren, ist ein guter Zeitpunkt. Regelmäßigkeit ist wichtiger als die Dauer des einzelnen Lüftungsvorgangs.

Feste Lüftungszeiten vereinbaren

Der beste Weg, Streit zu vermeiden, sind klare Absprachen. Vereinbart im Team feste Lüftungszeiten. Zum Beispiel morgens um neun, mittags um zwölf und nachmittags um fünfzehn Uhr. So weiß jeder, wann gelüftet wird, und kann sich darauf einstellen. Wer empfindlich auf Kälte reagiert, kann sich in dieser Zeit eine Jacke überziehen oder kurz den Raum verlassen. Feste Regeln nehmen dem Thema die Brisanz.

Auf die Bedürfnisse der Kollegen eingehen

Nicht jeder empfindet Temperaturen gleich. Frauen frieren statistisch gesehen häufiger als Männer. Auch das Alter und die körperliche Verfassung spielen eine Rolle. Nimm die Bedürfnisse deiner Kollegen ernst, auch wenn du sie nicht nachvollziehen kannst. Ein kurzes Gespräch hilft oft mehr als stummes Ärgern. Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten ist der Schlüssel zu einem angenehmen Arbeitsklima.

Die richtige Raumtemperatur finden

Für Büroarbeit empfehlen Experten eine Temperatur zwischen 20 und 22 Grad. Bei körperlicher Arbeit darf es etwas kühler sein. Zu warm sollte es nicht werden, denn das macht müde und senkt die Leistungsfähigkeit. Ein Thermometer im Büro hilft, die Temperatur im Blick zu behalten. So lassen sich Diskussionen versachlichen. Statt Gefühlen zählen dann messbare Werte.

Technische Lösungen nutzen

In manchen Büros gibt es Lüftungsanlagen, die für kontinuierlichen Luftaustausch sorgen. Diese Systeme sind ideal, weil sie unabhängig von geöffneten Fenstern funktionieren. Auch Luftqualitätsmesser können helfen. Sie zeigen an, wann der CO2-Gehalt zu hoch ist und gelüftet werden sollte. Solche Geräte gibt es schon für wenig Geld. Sie machen die Luftqualität sichtbar und erleichtern die Entscheidung.

Was der Arbeitgeber tun kann

Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Mitarbeitern. Dazu gehört auch ein angemessenes Raumklima. Wenn es regelmäßig Streit ums Lüften gibt, sollte die Führungskraft eingreifen. Gemeinsam können Regeln aufgestellt werden, die für alle gelten. Auch die Bereitstellung von Hilfsmitteln wie Ventilatoren oder Heizlüftern kann sinnvoll sein. Ein gutes Arbeitsumfeld liegt im Interesse aller.

Gemeinsam zu einem besseren Raumklima

Der Streit ums Lüften lässt sich lösen, wenn alle aufeinander zugehen. Feste Lüftungszeiten, Stoßlüften statt Dauerlüften und gegenseitige Rücksichtnahme sind der Weg zum Ziel. Frische Luft ist wichtig für Gesundheit und Konzentration. Gleichzeitig sollte niemand frieren müssen. Mit klaren Absprachen und etwas Verständnis wird das Büro zu einem Ort, an dem sich alle wohlfühlen.