Die Tomate ist so selbstverständlich wie Brot
Sie liegt auf dem Burger, schwimmt in der Suppe, landet als Soße auf der Pasta und wird zwischendurch einfach so aufgeschnitten. Kaum ein Gemüse – ja, botanisch ist es eine Frucht, aber das lassen wir mal – taucht so regelmäßig auf dem Teller auf wie die Tomate. Aber was passiert eigentlich, wenn du jeden Tag Tomaten isst? Ist das eine gute Idee oder übertreibst du es irgendwann? Die Antwort ist ziemlich eindeutig, und sie dürfte dich freuen.
Was steckt überhaupt in einer Tomate
Erstaunlich viel für etwas, das zu über 90 Prozent aus Wasser besteht. Tomaten liefern Vitamin C, Vitamin K, Kalium, Folsäure und jede Menge Antioxidantien. Der Star unter den Inhaltsstoffen heißt Lycopin. Das ist der rote Farbstoff, der Tomaten ihre Farbe gibt, und gleichzeitig eines der stärksten Antioxidantien, die in Lebensmitteln vorkommen. Dazu kommen Ballaststoffe, ein bisschen Vitamin A und kaum Kalorien. Eine mittelgroße Tomate hat ungefähr 20 Kalorien. Da kannst du zugreifen, ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken.
Lycopin – der Stoff, über den alle reden
Lycopin ist der Grund, warum Tomaten in der Ernährungswissenschaft so einen guten Ruf haben. Dieser sekundäre Pflanzenstoff wirkt antioxidativ, das heißt, er fängt freie Radikale ab, die deine Zellen schädigen können. Und jetzt kommt das Spannende: Lycopin wird vom Körper besser aufgenommen, wenn die Tomaten erhitzt wurden. Tomatensoße, Tomatenmark, gekochte Tomaten – alles besser als die rohe Tomate, zumindest was die Lycopin-Aufnahme betrifft. Ein Schuss Olivenöl dazu, und die Aufnahme steigt nochmal, weil Lycopin fettlöslich ist. Dein Nudelgericht mit Tomatensoße ist also quasi Gesundheitsvorsorge. Klingt gut, oder?
Was das mit deinem Herz macht
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Und genau hier punkten Tomaten richtig. Studien zeigen, dass ein regelmäßiger Tomatenkonsum mit einem niedrigeren Risiko für Herzerkrankungen zusammenhängt. Das Lycopin soll dabei helfen, den LDL-Cholesterinspiegel zu senken – das ist das sogenannte schlechte Cholesterin, das sich in den Gefäßen ablagert. Gleichzeitig liefert das Kalium in Tomaten einen Beitrag zur Blutdruckregulation. Natürlich ersetzt keine Tomate der Welt einen gesunden Lebensstil insgesamt. Aber als Baustein einer guten Ernährung sind Tomaten ziemlich weit vorne.
Deine Haut profitiert auch davon
Hand aufs Herz: Wer denkt bei Hautpflege schon an Tomaten? Solltest du aber. Das Lycopin schützt die Haut von innen vor UV-Strahlung. Nicht als Ersatz für Sonnencreme, das wäre Quatsch, aber als zusätzliche Unterstützung. Wer regelmäßig Tomaten isst, baut quasi einen kleinen inneren Sonnenschutz auf. Dazu kommt das Vitamin C, das die Kollagenbildung unterstützt. Kollagen hält die Haut straff und elastisch. Also ja, dein Tomatensalat tut mehr für dein Gesicht als manches teure Serum. Klingt übertrieben, ist aber so.
Gut für die Verdauung
Tomaten enthalten Ballaststoffe und viel Wasser. Beides zusammen hält die Verdauung in Schwung. Wer täglich Tomaten isst, tut seinem Darm einen Gefallen, weil die Ballaststoffe das Stuhlvolumen erhöhen und die Darmbewegung anregen. Besonders wenn du eher zu Verstopfung neigst, können Tomaten als Teil deiner täglichen Ernährung helfen. Aber Vorsicht: Manche Menschen reagieren empfindlich auf die Säure in Tomaten. Dazu gleich mehr. Generell gilt: Für die meisten Leute sind Tomaten ein unkomplizierter Verdauungshelfer, der nebenbei auch noch gut schmeckt.
Können Tomaten beim Abnehmen helfen
Direkt Fett verbrennen? Nein. Aber indirekt sind Tomaten ein ziemlich cleverer Begleiter, wenn du Gewicht verlieren willst. Sie haben extrem wenig Kalorien, machen durch den hohen Wassergehalt trotzdem satt und liefern dabei Nährstoffe. Wenn du abends statt Chips eine Schale Kirschtomaten vor dir stehen hast, sparst du locker 500 Kalorien, ohne hungrig ins Bett zu gehen. Tomaten ersetzen natürlich keine ausgewogene Ernährung und kein Kaloriendefizit. Aber sie machen es deutlich leichter, weniger zu essen, ohne das Gefühl zu haben, auf alles verzichten zu müssen.
Wann Tomaten Probleme machen können
Jetzt mal die andere Seite. Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen, genau wie Kartoffeln, Paprika und Auberginen. Manche Menschen vertragen Nachtschattengewächse nicht gut und reagieren mit Gelenkschmerzen, Hautproblemen oder Magen-Darm-Beschwerden. Das betrifft nicht die Mehrheit, aber wenn du nach dem Essen von Tomaten regelmäßig Sodbrennen bekommst oder dein Magen rumort, solltest du aufmerksam werden. Die Säure in Tomaten kann bei empfindlichem Magen oder Reflux die Beschwerden verschlimmern. In dem Fall heißt es nicht unbedingt komplett verzichten, aber vielleicht die Menge reduzieren oder auf gekochte Varianten umsteigen, die oft besser vertragen werden.
Wie viele Tomaten am Tag sind sinnvoll
Es gibt keine offizielle Obergrenze. Aber als Richtwert: Zwei bis drei mittelgroße Tomaten am Tag sind eine gute Menge, um von den gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren, ohne es zu übertreiben. Das entspricht ungefähr 200 bis 300 Gramm. Wer mehr isst, schadet sich in der Regel nicht, solange der Magen mitspielt. Wichtig ist die Abwechslung. Tomaten sind großartig, aber sie sollten nicht das einzige Gemüse auf deinem Speiseplan sein. Dein Körper braucht verschiedene Nährstoffe aus verschiedenen Quellen. Also ruhig jeden Tag Tomaten, aber daneben auch mal Brokkoli, Möhren oder Spinat.
Roh, gekocht, als Soße – was ist am besten
Kommt drauf an, was du willst. Roh bekommst du mehr Vitamin C, weil das beim Erhitzen teilweise verloren geht. Gekocht oder als Soße bekommst du deutlich mehr Lycopin, weil die Zellwände aufbrechen und der Stoff besser verfügbar wird. Die beste Strategie: Beides. Mal einen frischen Tomatensalat, mal eine selbstgekochte Soße, mal ein paar Kirschtomaten als Snack, mal Tomatensuppe. So deckst du alle Nährstoffe ab und es wird auch nicht langweilig. Tomatenmark ist übrigens ein unterschätzter Geheimtipp – extrem konzentriert, voller Lycopin und hält sich ewig im Kühlschrank. Ein Löffel davon ins Dressing oder in die Suppe, und du hast schon ordentlich was getan.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Nicht jede Tomate ist gleich. Die wässrigen, blassen Exemplare aus dem Supermarkt im Januar haben mit einer sonnengereiften Tomate im August ungefähr so viel gemeinsam wie ein Instantkaffee mit einem frisch gebrühten Espresso. Saisonale Tomaten von Juni bis Oktober schmecken nicht nur besser, sie enthalten auch mehr Nährstoffe und mehr Lycopin. Im Winter greifst du besser zu Dosentomaten oder Passata, die werden reif geerntet und direkt verarbeitet. Klingt komisch, aber Dosentomaten schlagen im Winter jede frische Supermarkttomate. Bio lohnt sich bei Tomaten übrigens weniger als bei anderen Gemüsearten, weil die Schale relativ dick ist und weniger Pestizide durchlässt. Aber waschen solltest du sie trotzdem.
Die Tomate hat ihren guten Ruf verdient
Jeden Tag Tomaten essen ist für die allermeisten Menschen eine richtig gute Idee. Du bekommst Lycopin, Vitamine, Kalium und Ballaststoffe, bei lächerlich wenigen Kalorien. Dein Herz freut sich, deine Haut freut sich, deine Verdauung freut sich. Solange dein Magen mitspielt und du nicht ausschließlich Tomaten isst, gibt es keinen Grund, sie vom täglichen Speiseplan zu streichen. Im Gegenteil. Also: Schneid dir eine auf, wirf sie in die Pfanne oder löffel Tomatenmark direkt aus dem Glas – wie auch immer du es machst, dein Körper wird es dir danken.
