Start2024-07-10T15:19:07+02:00

Radfahren mit Kopfhörern -Musik hören beim Radfahren macht die Tour angenehmer. Viele greifen deshalb zu Kopfhörern oder Ohrstöpseln. Doch ist das überhaupt erlaubt? Die Frage beschäftigt viele Radfahrer, denn die Meinungen gehen auseinander. Die gute Nachricht vorweg: Ein generelles Verbot gibt es nicht. Allerdings gelten bestimmte Regeln, die du kennen solltest.

Was die Straßenverkehrsordnung vorschreibt

Die StVO verbietet Kopfhörer beim Radfahren nicht ausdrücklich. Entscheidend ist Paragraph 23, der für alle Verkehrsteilnehmer gilt. Dort steht, dass du dein Gehör nicht beeinträchtigen darfst, sodass du Warnsignale nicht mehr wahrnehmen kannst. Gemeint sind zum Beispiel Hupen, Klingeln oder Martinshörner von Rettungsfahrzeugen. Solange du diese Geräusche noch hörst, darfst du Kopfhörer tragen. Die Lautstärke ist also der entscheidende Faktor.

Welche Lautstärke noch erlaubt ist

Eine genaue Dezibel-Grenze gibt die StVO nicht vor. Als Richtwert gilt, dass du Umgebungsgeräusche noch wahrnehmen musst. Wenn du ein herannahendes Auto oder eine Fahrradklingel nicht mehr hörst, ist die Musik zu laut. Experten empfehlen, die Lautstärke so einzustellen, dass du dich noch normal unterhalten könntest. Im Zweifel lieber etwas leiser drehen. So bist du auf der sicheren Seite.

Der Unterschied zwischen einem Ohrhörer und zwei Ohrhörern

Manche Radfahrer tragen nur einen Kopfhörer und lassen ein Ohr frei. Das ist eine gute Lösung, um Musik zu hören und trotzdem die Umgebung wahrzunehmen. Mit einem freien Ohr kannst du den Verkehr besser einschätzen. Rechtlich gesehen ist das Tragen von zwei Kopfhörern aber nicht verboten. Entscheidend bleibt die Lautstärke. Wer beide Ohren bedeckt und laut Musik hört, riskiert ein Bußgeld.

Welche Kopfhörer sich eignen

Nicht alle Kopfhörer sind gleich gut fürs Radfahren geeignet. Geschlossene Over-Ear-Kopfhörer schirmen Außengeräusche stark ab. Das macht sie weniger geeignet für den Straßenverkehr. Besser sind offene Kopfhörer oder spezielle Modelle mit Umgebungsgeräusch-Funktion. Auch Knochenschall-Kopfhörer sind eine Option. Sie übertragen den Ton über die Wangenknochen und lassen die Ohren komplett frei. So hörst du Musik und Verkehr gleichzeitig.

Noise-Cancelling ist problematisch

Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung sind beim Radfahren keine gute Wahl. Diese Funktion blendet Außengeräusche gezielt aus. Genau das widerspricht aber der Vorschrift, Warnsignale wahrnehmen zu können. Wenn du solche Kopfhörer besitzt, schalte die Noise-Cancelling-Funktion beim Radfahren aus. Viele Modelle bieten einen Transparenzmodus, der Umgebungsgeräusche durchlässt. Das ist die bessere Einstellung für unterwegs.

Welches Bußgeld droht

Wer die Vorschriften missachtet, muss mit einem Bußgeld rechnen. Die Höhe liegt bei 15 Euro. Das klingt nicht viel, aber es kann teurer werden. Wenn du durch laute Musik einen Unfall verursachst, kann das als Fahrlässigkeit gewertet werden. Dann drohen höhere Strafen und Probleme mit der Versicherung. Im schlimmsten Fall musst du für den Schaden selbst aufkommen. Das Risiko ist die Musik nicht wert.

Besondere Vorsicht in bestimmten Situationen

In manchen Situationen solltest du besonders aufmerksam sein. An Kreuzungen, Einmündungen und unübersichtlichen Stellen ist gutes Hören wichtig. Auch in Fußgängerzonen oder auf gemeinsamen Geh- und Radwegen musst du auf andere achten. Hier kann es sinnvoll sein, die Kopfhörer kurz abzunehmen oder die Musik zu pausieren. Sicherheit geht immer vor.

Wie Autofahrer mit dem Thema umgehen

Interessanterweise gelten die gleichen Regeln auch für Autofahrer. Auch sie dürfen Musik hören, solange sie Warnsignale wahrnehmen können. In einem geschlossenen Auto mit Klimaanlage und Radio ist das Gehör ebenfalls eingeschränkt. Der Unterschied ist, dass Radfahrer verletzlicher sind. Ein Unfall trifft dich als Radfahrer härter als einen Autofahrer in seiner Karosserie. Deshalb ist Vorsicht besonders wichtig.

Alternativen zu Kopfhörern

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, gibt es Alternativen. Kleine Bluetooth-Lautsprecher lassen sich am Lenker befestigen. So hörst du Musik, ohne die Ohren zu bedecken. Die Lautstärke sollte natürlich auch hier angemessen sein. Eine andere Möglichkeit sind die bereits erwähnten Knochenschall-Kopfhörer. Sie bieten einen guten Kompromiss zwischen Musikgenuss und Verkehrssicherheit.

Mit Verantwortung Musik genießen

Kopfhörer beim Radfahren sind erlaubt, solange du die Umgebung noch wahrnimmst. Halte die Lautstärke niedrig und bleibe aufmerksam. In kritischen Verkehrssituationen ist es besser, die Musik kurz auszuschalten. So kannst du deine Lieblingsmusik genießen und kommst trotzdem sicher ans Ziel. Denn am Ende zählt deine Gesundheit mehr als jeder Song.