Start2024-07-10T15:19:07+02:00

Chilis bringen Feuer in die Küche. Die scharfen Schoten sind aus vielen Gerichten nicht wegzudenken und lassen sich wunderbar im eigenen Garten oder auf dem Balkon anbauen. Mit etwas Geduld und der richtigen Pflege erntest du schon bald deine eigenen Chilis. Der Anbau ist nicht kompliziert, wenn du ein paar grundlegende Dinge beachtest. Von mild bis höllisch scharf ist alles möglich.

Die richtige Sorte für den Anfang wählen

Es gibt Hunderte Chilisorten mit unterschiedlichen Schärfegraden und Ansprüchen. Als Anfänger startest du am besten mit robusten Sorten wie Jalapeño, Cayenne oder Hungarian Wax. Sie verzeihen kleine Pflegefehler und liefern zuverlässig Erträge. Wer es milder mag, greift zu Peperoni oder Pimientos de Padrón. Für Fortgeschrittene bieten Habanero oder Carolina Reaper extreme Schärfe und eine größere Herausforderung beim Anbau.

Der beste Zeitpunkt für die Aussaat

Chilis brauchen eine lange Wachstumszeit. Beginne mit der Aussaat bereits im Februar oder März. So haben die Pflanzen genug Zeit, um bis zum Sommer kräftig zu werden und Früchte zu bilden. Wer später aussät, riskiert, dass die Chilis vor dem ersten Frost nicht mehr ausreifen. Besonders scharfe Sorten wie Habanero benötigen noch mehr Zeit und sollten schon im Januar vorgezogen werden.

So gelingt die Aussaat

Fülle kleine Töpfe oder Anzuchtschalen mit Anzuchterde. Diese ist nährstoffarm und fördert die Wurzelbildung. Lege die Samen etwa einen halben Zentimeter tief in die Erde und bedecke sie leicht. Halte das Substrat gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Chilis keimen am besten bei Temperaturen zwischen 22 und 28 Grad. Ein warmer Platz auf der Fensterbank oder ein beheizbares Zimmergewächshaus sind ideal.

Geduld bei der Keimung

Chilisamen lassen sich Zeit. Je nach Sorte dauert die Keimung zwischen einer und vier Wochen. Manche besonders scharfe Sorten brauchen sogar noch länger. Gib nicht zu früh auf, wenn sich nichts tut. Halte die Erde weiterhin feucht und warm. Sobald die ersten grünen Spitzen erscheinen, brauchen die Keimlinge viel Licht. Stelle sie an einen hellen Platz oder nutze eine Pflanzenlampe.

Pikieren stärkt die Pflanzen

Wenn die Sämlinge neben den Keimblättern das erste echte Blattpaar entwickelt haben, ist es Zeit zum Pikieren. Setze jede Pflanze vorsichtig in einen eigenen Topf mit nährstoffreicher Erde. Fasse die zarten Pflänzchen nur an den Blättern an, nicht am empfindlichen Stängel. Durch das Pikieren bekommen die Wurzeln mehr Platz und die Pflanzen wachsen kräftiger. Gieße nach dem Umsetzen vorsichtig an.

Der richtige Standort im Freien

Nach den Eisheiligen Mitte Mai dürfen die Chilis nach draußen. Vorher sind Spätfröste möglich, die den wärmeliebenden Pflanzen schaden. Gewöhne sie langsam an die Außenbedingungen, indem du sie zunächst nur tagsüber herausstellst. Chilis lieben Sonne und Wärme. Ein geschützter Platz an einer Südwand ist perfekt. Im Topf auf dem Balkon oder im Beet gedeihen sie gleichermaßen gut.

Richtig gießen ohne Staunässe

Chilis mögen es gleichmäßig feucht, vertragen aber keine nassen Füße. Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule. Gieße regelmäßig, aber lass die oberste Erdschicht zwischen den Wassergaben leicht antrocknen. An heißen Sommertagen benötigen Topfpflanzen oft täglich Wasser. Gieße am besten morgens, damit die Blätter über den Tag abtrocknen können. Mulchen hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

Nährstoffe für kräftiges Wachstum

Sobald die ersten Blüten erscheinen, steigt der Nährstoffbedarf. Dünge alle zwei Wochen mit einem kaliumbetonten Gemüsedünger. Zu viel Stickstoff fördert zwar das Blattwachstum, aber auf Kosten der Früchte. Organische Dünger wie Kompost oder Brennnesseljauche sind eine gute Wahl. Achte auf die Dosierungsempfehlung, denn Überdüngung schadet den Pflanzen und kann die Wurzeln verbrennen.

Blüten und Bestäubung

Chilis bilden weiße oder violette Blüten, aus denen später die Früchte entstehen. Im Freien übernehmen Insekten die Bestäubung. Auf dem Balkon oder im Gewächshaus kannst du nachhelfen. Schüttle die Pflanzen leicht oder streiche mit einem Pinsel über die Blüten. Das überträgt den Pollen und erhöht den Fruchtansatz. Manche Gärtner entfernen die erste Blüte, damit die Pflanze mehr Energie ins Wachstum steckt.

Schädlinge und Krankheiten erkennen

Blattläuse lieben junge Chilitriebe. Kontrolliere deine Pflanzen regelmäßig und bekämpfe einen Befall frühzeitig mit Schmierseifenlösung oder Nützlingen. Spinnmilben treten bei trockener Luft auf und hinterlassen feine Gespinste. Regelmäßiges Besprühen der Blätter beugt vor. Gelbe Blätter können auf Nährstoffmangel oder Staunässe hindeuten. Braune Flecken sind oft ein Zeichen für Pilzerkrankungen.

Wann die Chilis reif sind

Die meisten Chilis wechseln während der Reife ihre Farbe. Grüne Früchte werden rot, gelb oder orange. Du kannst sie in jedem Stadium ernten, aber voll ausgereift sind sie aromatischer und schärfer. Reife Chilis lösen sich leicht vom Stiel. Ernte regelmäßig, das regt die Pflanze zur Bildung neuer Früchte an. Die Haupterntezeit liegt zwischen August und Oktober.

Chilis haltbar machen

Frische Chilis halten sich im Kühlschrank etwa zwei Wochen. Für längere Haltbarkeit kannst du sie trocknen, einfrieren oder einlegen. Zum Trocknen fädelst du die Schoten auf eine Schnur und hängst sie an einem luftigen Ort auf. Im Dörrautomaten geht es schneller. Eingefrorene Chilis behalten ihr Aroma gut und lassen sich direkt aus dem Gefrierfach verwenden. In Öl oder Essig eingelegt sind sie monatelang haltbar.