m Winter locken Supermärkte mit Erdbeeren, Tomaten und Paprika. Diese Produkte kommen von weit her und haben einen langen Transportweg hinter sich. Das belastet die Umwelt und schmälert die Qualität. Obst und Gemüse außerhalb der Saison enthalten oft weniger Nährstoffe und schmecken wässrig. Wer im Winter auf regionale Saisonware setzt, tut sich und der Umwelt etwas Gutes. Außerdem sparst du Geld, denn importierte Ware ist meist teurer.
Erdbeeren gehören nicht in den Winter
Erdbeeren sind der Inbegriff des Sommers. Von Juni bis August haben sie bei uns Saison. Im Winter kommen sie aus Spanien, Marokko oder sogar Südamerika. Der lange Transport hinterlässt Spuren. Die Früchte werden unreif geerntet, damit sie die Reise überstehen. Dadurch fehlt ihnen das volle Aroma. Außerdem ist der ökologische Fußabdruck enorm. Für ein Kilo spanische Erdbeeren werden etwa 300 Gramm CO₂ freigesetzt. Greife im Winter lieber zu tiefgekühlten Erdbeeren aus der Sommerernte.
Tomaten schmecken im Winter nach nichts
Frische Tomaten haben von Juli bis Oktober Saison. Im Winter stammen sie aus beheizten Gewächshäusern oder werden importiert. Beides ist problematisch. Gewächshaustomaten verbrauchen viel Energie für Heizung und Beleuchtung. Importierte Tomaten legen weite Strecken zurück. Geschmacklich können Wintertomaten nicht mithalten. Sie sind wässrig und haben kaum Aroma. Verwende stattdessen passierte Tomaten aus der Dose oder getrocknete Tomaten. Diese werden im Sommer geerntet und konserviert.
Paprika braucht Wärme und Sonne
Paprika ist ein wärmeliebendes Gemüse. In Deutschland wächst er nur von Juli bis Oktober im Freiland. Im Winter kommt Paprika hauptsächlich aus Spanien, den Niederlanden oder Israel. Die niederländische Ware stammt aus beheizten Gewächshäusern mit hohem Energieverbrauch. Spanische Paprika hat lange Transportwege. Der Geschmack leidet ebenfalls unter der frühen Ernte. Im Winter sind Kürbis, Rote Bete oder Möhren die bessere Wahl für bunte Gerichte.
Gurken sind typische Sommergemüse
Salatgurken haben von Mai bis September Saison. Im Winter werden sie in Gewächshäusern gezogen oder importiert. Der Wassergehalt von Gurken ist sehr hoch, was sie besonders empfindlich macht. Wintertomaten schmecken fade und haben eine weichere Konsistenz. Der Energieaufwand für beheizte Gewächshäuser ist bei Gurken besonders hoch. Für Salate im Winter eignen sich Chicorée, Feldsalat oder Chinakohl viel besser. Diese Gemüsesorten haben jetzt Saison und schmecken entsprechend gut.
Zucchini wachsen nur im Sommer
Zucchini gehören zur Familie der Kürbisgewächse und lieben Wärme. Ihre Saison reicht von Juni bis Oktober. Im Winter findest du sie trotzdem in jedem Supermarkt. Diese Zucchini kommen meist aus Spanien oder Italien. Sie werden unreif geerntet und reifen während des Transports nach. Das Ergebnis ist ein wässriges Gemüse ohne den typischen nussigen Geschmack. Winterkürbisse wie Hokkaido oder Butternut sind die perfekte Alternative und halten sich monatelang.
Auberginen mögen keinen Frost
Die Aubergine stammt ursprünglich aus Indien und braucht viel Wärme. In Deutschland hat sie nur von Juli bis Oktober Saison. Im Winter wird sie aus südlichen Ländern importiert. Der Transport erfolgt oft per Flugzeug, was besonders klimaschädlich ist. Auberginen aus dem Winterimport schmecken häufig bitter und haben eine schwammige Konsistenz. Probiere stattdessen Schwarzwurzeln oder Pastinaken. Diese Wintergemüse lassen sich ähnlich zubereiten und haben jetzt ihre beste Zeit.
Spargel ist ein Frühlingsgemüse
Spargel hat eine sehr kurze Saison von Mitte April bis zum 24. Juni. Trotzdem bieten manche Supermärkte das ganze Jahr über Spargel an. Dieser kommt dann aus Peru, Mexiko oder China. Die Transportwege sind extrem lang und die Ökobilanz entsprechend schlecht. Außerdem kann importierter Spargel geschmacklich nicht mit frischem deutschen Spargel mithalten. Genieße Spargel bewusst nur während der kurzen Saison. Das macht ihn zu etwas Besonderem.
Blattsalate aus dem Süden meiden
Kopfsalat, Eisbergsalat und Lollo Rosso haben im Winter keine Saison. Sie kommen dann aus Spanien oder Italien. Der Transport in gekühlten Lkws verbraucht viel Energie. Außerdem welken die empfindlichen Blätter schnell und verlieren Vitamine. Im Winter gibt es tolle Alternativen. Feldsalat hat jetzt Hochsaison und steckt voller Nährstoffe. Auch Chicorée, Radicchio und Postelein sind typische Wintersalate mit kräftigem Geschmack.
Weintrauben reisen im Winter weit
Deutsche Weintrauben gibt es nur von August bis Oktober. Im Winter stammen sie aus Südafrika, Chile oder Indien. Sie legen tausende Kilometer zurück, oft per Schiff oder Flugzeug. Der CO₂‑Ausstoß ist entsprechend hoch. Zudem werden sie für den langen Transport mit Konservierungsmitteln behandelt. Heimisches Winterobst wie Äpfel und Birnen aus Lagerung sind die bessere Wahl. Auch Trockenfrüchte oder tiefgekühlte Beeren sind gute Alternativen.
Was du im Winter stattdessen essen kannst
Der Winter bietet eine überraschende Vielfalt an regionalem Gemüse. Kohlsorten wie Grünkohl, Rosenkohl und Wirsing haben jetzt Hochsaison. Wurzelgemüse wie Möhren, Pastinaken, Sellerie und Rote Bete sind lagerfähig und schmecken hervorragend. Auch Lauch, Schwarzwurzeln und Topinambur bereichern den Speiseplan. Bei Obst sind Äpfel und Birnen aus regionaler Lagerung verfügbar. Zitrusfrüchte aus dem Mittelmeerraum haben im Winter tatsächlich Saison und sind eine gute Vitaminquelle.
Bewusst einkaufen für Umwelt und Geschmack
Saisonales Einkaufen im Winter ist einfacher als gedacht. Achte auf Herkunftsangaben und bevorzuge regionale Produkte. Ein Saisonkalender hilft bei der Orientierung. Wochenmärkte bieten oft ausschließlich saisonale Ware an. Der Verzicht auf Sommergemüse im Winter schont das Klima und belohnt dich mit besserem Geschmack. Außerdem unterstützt du damit heimische Landwirte. Nach ein paar Wochen wirst du die Vielfalt der Winterküche schätzen lernen und Erdbeeren im Januar gar nicht mehr vermissen.
