Der Boden ist zu verdichtet
Ein häufiger Grund für Wachstumsprobleme ist verdichteter Boden. Wenn die Erde zu fest ist, können die Graswurzeln nicht tief genug eindringen. Wasser und Nährstoffe erreichen die Wurzeln nicht mehr richtig. Verdichtung entsteht durch häufiges Betreten, schwere Gartengeräte oder lehmigen Untergrund. Du erkennst das Problem daran, dass Wasser nach dem Gießen lange auf der Oberfläche steht statt einzusickern.
Aerifizieren schafft Abhilfe
Gegen verdichteten Boden hilft das Aerifizieren. Dabei stichst du mit einer Grabegabel oder einem speziellen Aerifiziergerät Löcher in den Rasen. Die Löcher sollten etwa zehn Zentimeter tief sein und im Abstand von zehn bis fünfzehn Zentimetern liegen. Fülle die Löcher anschließend mit Sand auf. Das verbessert die Durchlüftung und erleichtert den Wurzeln das Wachstum. Der beste Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr oder der frühe Herbst.
Der pH-Wert stimmt nicht
Gras bevorzugt einen leicht sauren bis neutralen Boden mit einem pH-Wert zwischen sechs und sieben. Ist der Boden zu sauer oder zu alkalisch, können die Wurzeln wichtige Nährstoffe nicht aufnehmen. Ein einfacher Bodentest aus dem Gartencenter zeigt dir den aktuellen Wert. Bei zu saurem Boden hilft Kalk, bei zu alkalischem Boden kannst du mit Schwefel oder saurem Kompost gegensteuern.
Nährstoffmangel bremst das Wachstum
Rasen braucht regelmäßig Nährstoffe, vor allem Stickstoff, Phosphor und Kalium. Stickstoff fördert das Blattwachstum und sorgt für sattes Grün. Phosphor stärkt die Wurzeln und Kalium macht die Gräser widerstandsfähiger. Wenn dein Rasen blass aussieht und kaum wächst, fehlen ihm wahrscheinlich Nährstoffe. Dünge im Frühjahr und Sommer mit einem speziellen Rasendünger. Halte dich an die Dosierungsempfehlung auf der Verpackung.
Falsches Mähen schwächt den Rasen
Viele Hobbygärtner mähen ihren Rasen zu kurz. Das schwächt die Gräser und macht sie anfällig für Stress und Krankheiten. Die optimale Schnitthöhe liegt bei etwa vier Zentimetern. Im Sommer und bei Trockenheit darf es auch etwas mehr sein. Mähe regelmäßig, aber nimm nie mehr als ein Drittel der Halmlänge auf einmal ab. Scharfe Messer sind wichtig, stumpfe Klingen reißen die Halme und öffnen Eintrittspforten für Krankheiten.
Zu viel oder zu wenig Wasser
Rasen braucht Wasser, aber die richtige Menge ist entscheidend. Bei Trockenheit vergilben die Gräser und stellen das Wachstum ein. Zu viel Wasser führt jedoch zu Staunässe und fördert Pilzkrankheiten. Gieße lieber seltener, dafür aber durchdringend. Einmal pro Woche etwa zwanzig Liter pro Quadratmeter sind ein guter Richtwert. Wässere frühmorgens, dann kann das Gras über den Tag abtrocknen.
Schatten verhindert dichtes Wachstum
Die meisten Rasengräser brauchen viel Licht. Unter Bäumen, neben hohen Hecken oder an der Nordseite von Gebäuden wächst Rasen oft schlecht. Die Gräser werden lang und dünn, kahle Stellen entstehen. Wenn du den Schattenbereich nicht verändern kannst, wähle eine spezielle Schattenrasenmischung. Diese enthält Gräserarten, die mit weniger Licht auskommen. Alternativ kannst du schattige Bereiche mit Bodendeckern oder Mulch gestalten.
Moos und Unkraut verdrängen das Gras
Wo der Rasen schwächelt, breiten sich Moos und Unkraut aus. Sie sind nicht die Ursache, sondern die Folge ungünstiger Bedingungen. Moos deutet auf zu viel Feuchtigkeit, Schatten oder sauren Boden hin. Unkräuter nutzen Lücken im Rasen und nährstoffarme Böden. Bekämpfe nicht nur die Symptome, sondern verbessere die Wachstumsbedingungen für das Gras. Dann hat es wieder die Kraft, sich gegen Konkurrenten durchzusetzen.
Schädlinge im Boden
Manchmal sind Schädlinge schuld am schlechten Rasenwachstum. Engerlinge, die Larven von Maikäfern und Junikäfern, fressen an den Graswurzeln. Du erkennst einen Befall daran, dass sich ganze Rasenstücke wie ein Teppich abheben lassen. Auch Wühlmäuse können den Rasen von unten schädigen. Bei starkem Befall helfen Nematoden gegen Engerlinge oder Fallen gegen Wühlmäuse.
Die falsche Grassorte gewählt
Nicht jede Rasenmischung passt zu jedem Standort. Spielrasen, Zierrasen und Schattenrasen haben unterschiedliche Ansprüche. Wenn du eine Mischung für sonnige Standorte im Schatten ausgesät hast, wird sie dort nie richtig gedeihen. Informiere dich vor der Aussaat über die Bedingungen in deinem Garten und wähle eine passende Mischung. Bei bestehenden Problemen kann eine Nachsaat mit geeignetem Saatgut helfen.
Ungeduld nach der Aussaat
Frisch gesäter Rasen braucht Zeit. Je nach Grassorte und Witterung dauert es ein bis drei Wochen, bis die ersten Halme erscheinen. In dieser Zeit muss der Boden gleichmäßig feucht bleiben. Zu frühes Betreten oder Mähen schadet den zarten Keimlingen. Gib deinem Rasen mindestens acht Wochen, bevor du ihn normal belastest. Geduld zahlt sich hier wirklich aus.
Rasenfilz erstickt die Gräser
Mit der Zeit sammelt sich eine Schicht aus abgestorbenen Pflanzenteilen zwischen den Halmen. Dieser Rasenfilz verhindert, dass Wasser, Luft und Nährstoffe den Boden erreichen. Vertikutiere deinen Rasen einmal im Jahr, am besten im Frühjahr. Dabei ritzt du die Filzschicht auf und entfernst sie. Nach dem Vertikutieren sieht der Rasen zunächst mitgenommen aus, erholt sich aber schnell und wächst danach umso kräftiger.
