Warum frische Petersilie aus dem eigenen Garten besser schmeckt

Petersilie gehört zu den beliebtesten Küchenkräutern überhaupt. Sie verfeinert Suppen, Salate, Kartoffelgerichte und vieles mehr. Frisch geerntet schmeckt sie besonders aromatisch und enthält mehr Vitamine als die abgepackte Variante aus dem Supermarkt. Der Anbau ist unkompliziert und gelingt im Beet genauso wie im Topf auf dem Balkon. Mit der richtigen Erntetechnik sorgst du dafür, dass deine Petersilie kräftig nachwächst und du über viele Monate frisches Grün zur Verfügung hast.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Ernten

Petersilie kannst du ernten, sobald die Pflanze ausreichend Blätter gebildet hat. In der Regel ist das etwa drei Monate nach der Aussaat der Fall. Die Stängel sollten mindestens 10 bis 15 Zentimeter lang sein. Dann hat die Pflanze genug Kraft, um nach der Ernte wieder auszutreiben. Du erkennst erntereife Petersilie an den voll entwickelten Blättern mit ihrer typischen Form. Bei krausblättriger Petersilie sind die Blätter stark gekräuselt, bei glatter Petersilie eher flach und gezackt.

Die beste Tageszeit für die Ernte

Für das beste Aroma solltest du Petersilie am Vormittag ernten. Zu dieser Zeit ist der Tau bereits abgetrocknet, aber die Mittagshitze hat noch nicht eingesetzt. Die ätherischen Öle, die für den Geschmack verantwortlich sind, sind dann am konzentriertesten. An sehr heißen Tagen verflüchtigen sich diese Aromastoffe teilweise. Auch nach einem Regenschauer solltest du mit der Ernte etwas warten, bis die Blätter wieder trocken sind.

So erntest du Petersilie richtig

Schneide oder zupfe immer ganze Stängel von außen ab. Beginne mit den äußeren, älteren Trieben und arbeite dich nach innen vor. Das Herz der Pflanze in der Mitte solltest du stehen lassen. Dort bilden sich die neuen Triebe. Schneide die Stängel möglichst weit unten ab, knapp über dem Boden. Verwende eine scharfe Schere oder ein Messer für einen sauberen Schnitt. Unsaubere Schnittstellen können die Pflanze anfälliger für Krankheiten machen.

Warum du nicht zu zaghaft sein solltest

Viele Hobbygärtner ernten zu vorsichtig und nehmen nur einzelne Blättchen ab. Das ist ein Fehler. Petersilie verträgt einen kräftigen Rückschnitt und treibt danach umso besser nach. Du kannst problemlos ein Drittel der Pflanze auf einmal ernten. Der regelmäßige Schnitt regt das Wachstum an und verhindert, dass die Pflanze zu früh in die Blüte geht. Sobald Petersilie blüht, werden die Blätter bitter und sind nicht mehr so aromatisch.

Regelmäßig ernten für mehr Ertrag

Je öfter du erntest, desto buschiger wächst deine Petersilie. Plane am besten alle ein bis zwei Wochen eine Ernte ein, auch wenn du nicht alles sofort verbrauchen kannst. Die Pflanze dankt es dir mit kräftigem Wuchs und frischem Grün bis in den Herbst hinein. Lass die Petersilie nicht einfach wachsen und wuchern. Ohne regelmäßigen Schnitt wird sie sparrig und bildet weniger aromatische Blätter.

Petersilie im ersten und zweiten Jahr

Petersilie ist eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie hauptsächlich Blätter und kann reichlich beerntet werden. Im zweiten Jahr steckt sie ihre Energie in die Blütenbildung. Die Blätter werden dann härter und verlieren an Geschmack. Deshalb säen viele Gärtner jedes Jahr neue Petersilie aus. Du kannst die Pflanze im zweiten Jahr aber noch für Samen nutzen oder sie für die Insekten blühen lassen.

Ernte im Winter

In milden Wintern kannst du Petersilie sogar ganzjährig ernten. Die Pflanze ist relativ frosthart und übersteht leichte Minusgrade problemlos. Bei strengem Frost sterben die oberirdischen Teile zwar ab, treiben im Frühjahr aber wieder aus. Mit einer Abdeckung aus Vlies oder Reisig verlängerst du die Erntezeit. Im Gewächshaus oder auf der Fensterbank wächst Petersilie auch im Winter weiter und liefert frisches Grün.

Petersilie richtig lagern

Frisch geerntete Petersilie hält sich im Kühlschrank etwa eine Woche. Wickle die Stängel in ein feuchtes Küchentuch und lege sie in eine Plastiktüte oder einen Behälter. Du kannst die Stängel auch wie Schnittblumen in ein Glas Wasser stellen. So bleiben sie mehrere Tage frisch. Wasche die Petersilie erst kurz vor der Verwendung, denn Feuchtigkeit fördert Schimmelbildung bei der Lagerung.

Petersilie haltbar machen

Wenn du mehr erntest als du frisch verbrauchen kannst, gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Konservierung. Einfrieren funktioniert am besten. Hacke die Petersilie klein und fülle sie in Eiswürfelformen mit etwas Wasser. So hast du portionsweise Würfel für Suppen und Soßen. Trocknen ist ebenfalls möglich, allerdings verliert Petersilie dabei viel Aroma. Besser geeignet ist das Einlegen in Öl oder das Herstellen von Kräuterbutter.

Typische Fehler vermeiden

Ein häufiger Fehler ist das Abzupfen einzelner Blätter statt ganzer Stängel. Die Pflanze regeneriert sich besser, wenn du komplette Triebe entfernst. Vermeide es auch, das Herz der Pflanze zu beschädigen. Ohne die jungen Triebe in der Mitte kann die Petersilie nicht mehr richtig nachwachsen. Achte außerdem darauf, nicht bei Nässe zu ernten. Feuchte Schnittstellen sind anfälliger für Pilzkrankheiten und die Blätter verderben schneller.

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