Warum Durchfall entsteht

Durchfall ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Dein Körper versucht, unerwünschte Stoffe schnell loszuwerden. Auslöser können Viren, Bakterien, verdorbene Lebensmittel oder Stress sein. Auch Unverträglichkeiten und bestimmte Medikamente führen manchmal zu flüssigem Stuhl. Der Darm transportiert den Inhalt schneller als gewöhnlich und entzieht ihm weniger Wasser. Das Ergebnis ist der ungeliebte wässrige Stuhlgang.

Flüssigkeit ist jetzt das Wichtigste

Bei Durchfall verliert dein Körper große Mengen Wasser und Mineralstoffe. Dieser Verlust kann schnell gefährlich werden, besonders bei Kindern und älteren Menschen. Trinke deshalb viel, auch wenn dir nicht danach ist. Stilles Wasser und ungesüßte Kräutertees sind ideal. Vermeide kohlensäurehaltige Getränke, sie können den Magen zusätzlich reizen. Zwei bis drei Liter am Tag sollten es mindestens sein.

Die Elektrolyte wieder auffüllen

Mit dem Wasser gehen auch wichtige Salze verloren. Natrium, Kalium und andere Elektrolyte braucht dein Körper für viele Funktionen. Eine einfache Trinklösung kannst du selbst herstellen. Mische einen Liter abgekochtes Wasser mit einem halben Teelöffel Salz und sechs Teelöffeln Zucker. Der Zucker hilft dem Darm, das Salz und Wasser besser aufzunehmen. Trinke die Lösung über den Tag verteilt in kleinen Schlucken.

Kamillentee beruhigt den Darm

Kamille ist ein bewährtes Hausmittel bei Magen-Darm-Beschwerden. Die Pflanze wirkt entzündungshemmend und krampflösend. Sie beruhigt die gereizte Darmschleimhaut und kann Bauchkrämpfe lindern. Übergieße einen Teelöffel getrocknete Kamillenblüten mit heißem Wasser und lasse den Tee zehn Minuten ziehen. Trinke mehrere Tassen über den Tag verteilt. Auch Fenchel- und Pfefferminztee haben ähnliche Wirkungen.

Geriebener Apfel als natürliches Heilmittel

Der geriebene Apfel ist ein Klassiker unter den Durchfall-Hausmitteln. Das Geheimnis liegt im Pektin, einem löslichen Ballaststoff. Pektin bindet Wasser im Darm und dickt den Stuhl ein. Außerdem kann es Giftstoffe binden und deren Ausscheidung fördern. Reibe einen geschälten Apfel fein und lasse ihn etwas braun werden. Das verstärkt die Wirkung. Iss den Apfelbrei langsam und kaue gründlich.

Bananen liefern Kalium

Bananen sind leicht verdaulich und reich an Kalium. Dieses Mineral geht bei Durchfall besonders schnell verloren. Eine reife Banane ersetzt einen Teil des verlorenen Kaliums und belastet den Darm kaum. Zerdrücke die Banane mit einer Gabel zu einem Brei, das macht sie noch bekömmlicher. Kombiniert mit etwas Zwieback oder trockenem Toast hast du eine sanfte erste Mahlzeit.

Möhrensuppe nach Moro

Diese Suppe wurde vor über hundert Jahren von einem Kinderarzt entwickelt und wirkt noch heute. Koche 500 Gramm geschälte Möhren in einem Liter Wasser mindestens eine Stunde lang. Püriere die weichen Möhren und fülle mit Wasser wieder auf einen Liter auf. Gib einen Teelöffel Salz hinzu. Beim langen Kochen entstehen bestimmte Zuckermoleküle, die verhindern, dass sich Krankheitserreger an der Darmwand festsetzen.

Reis und Reiswasser

Reis ist magenfreundlich und stopfend. Koche weißen Reis ohne Salz und Gewürze in reichlich Wasser. Das Kochwasser enthält Stärke, die den Stuhl eindicken kann. Trinke das Reiswasser lauwarm über den Tag verteilt. Den Reis selbst kannst du als leichte Mahlzeit essen. Verzichte auf Vollkornreis, er enthält mehr Ballaststoffe und ist schwerer verdaulich.

Zwieback und trockenes Brot

Wenn der Appetit langsam zurückkehrt, greife zu Zwieback oder altbackenem Weißbrot. Diese Lebensmittel sind leicht verdaulich und belasten den Darm nicht. Sie liefern Energie ohne den Verdauungstrakt zu überfordern. Kaue jeden Bissen gründlich und iss langsam. Vermeide Vollkornprodukte, frisches Brot und alles mit viel Fett oder Zucker.

Heidelbeeren gegen Durchfall

Getrocknete Heidelbeeren sind ein altes Hausmittel bei Durchfall. Sie enthalten Gerbstoffe, die zusammenziehend auf die Darmschleimhaut wirken. Das kann den Flüssigkeitsverlust verringern. Kaue eine Handvoll getrocknete Heidelbeeren langsam oder koche sie als Tee auf. Frische Heidelbeeren wirken übrigens anders, sie können sogar leicht abführend sein.

Was du besser meiden solltest

Manche Lebensmittel verschlimmern Durchfall. Verzichte auf Milchprodukte, denn bei Durchfall ist die Laktoseverdauung oft gestört. Fettige Speisen, scharfes Essen und rohes Gemüse belasten den Darm zusätzlich. Auch Kaffee, Alkohol und Fruchtsäfte sind keine gute Idee. Sie reizen die Schleimhaut oder wirken abführend. Halte dich an leichte Schonkost, bis sich dein Darm erholt hat.

Wann du zum Arzt gehen solltest

Hausmittel helfen bei leichtem Durchfall. Bei bestimmten Warnsignalen solltest du jedoch einen Arzt aufsuchen. Blut im Stuhl, hohes Fieber oder starke Bauchschmerzen sind ernst zu nehmen. Auch wenn der Durchfall länger als drei Tage anhält oder du Zeichen von Austrocknung bemerkst, ist ärztlicher Rat wichtig. Bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen solltest du früher handeln.

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