Abends nach 18 Uhr nichts mehr essen: Warum diese Regel so beliebt ist

Du hast bestimmt schon mal gehört, dass man nach 18 Uhr nichts mehr essen sollte. Diese Regel geistert seit Jahren durch Gespräche am Arbeitsplatz, in Fitnessstudios und auf Social Media. Viele Menschen glauben fest daran, dass spätes Essen automatisch dick macht. Doch was steckt wirklich dahinter? Ist die Uhrzeit beim Essen tatsächlich so wichtig für dein Gewicht?

Was die Forschung über spätes Essen sagt

Die Wissenschaft ist sich bei diesem Thema nicht ganz einig. Einige Studien zeigen, dass der Zeitpunkt der Mahlzeiten durchaus eine Rolle spielen kann. Forscher der Northwestern University in den USA haben herausgefunden, dass Essen zur falschen Zeit die Gewichtszunahme begünstigen könnte. Italienische Wissenschaftler der Universität Turin konnten ebenfalls nachweisen, dass eine hohe Kalorienzufuhr beim Abendessen das Risiko für starkes Übergewicht erhöhen kann.

Allerdings betont die Deutsche Gesellschaft für Ernährung einen wichtigen Punkt. Am Ende des Tages zählt vor allem die gesamte Energiemenge, die du zu dir nimmst. Wenn du über den Tag verteilt weniger Kalorien isst als du verbrauchst, wirst du abnehmen. Das gilt unabhängig davon, ob du um 17 Uhr oder um 21 Uhr zu Abend isst.

Dein Körper arbeitet auch nachts

Dein Stoffwechsel macht keine Pause, wenn du schläfst. Er arbeitet rund um die Uhr weiter. Trotzdem gibt es einen Unterschied. Nachts fährt dein Körper viele Funktionen herunter. Dazu gehört auch die Verdauung. Wenn du kurz vor dem Schlafengehen noch eine große Mahlzeit zu dir nimmst, kann dein Körper diese nicht so gut verarbeiten. Das Essen liegt dann schwer im Magen. Du schläfst schlechter ein und fühlst dich am nächsten Morgen noch satt und träge.

Vorteile eines frühen Abendesssens

Es gibt durchaus gute Gründe, die letzte Mahlzeit nicht zu spät einzunehmen. Wenn du zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr isst, kann sich das positiv auf deinen Schlaf auswirken. Dein Körper muss keine Verdauungsarbeit mehr leisten und kann sich auf die Erholung konzentrieren. Viele Menschen berichten auch von weniger Sodbrennen und einem besseren Wohlbefinden am Morgen.

Das Konzept ähnelt dem Intervallfasten. Bei dieser Methode beschränkst du deine Essenszeit auf ein bestimmtes Zeitfenster. Studien zeigen, dass regelmäßige Essenspausen dem Körper helfen können, gespeicherte Energie zu nutzen. Das kann beim Abnehmen unterstützen. Tierversuche deuten sogar darauf hin, dass solche Essenspausen das Risiko für bestimmte Krankheiten senken könnten.

Die innere Uhr spielt eine Rolle

Dein Körper folgt einem natürlichen Rhythmus. Wissenschaftler nennen das den circadianen Rhythmus. Diese innere Uhr steuert viele Körperfunktionen. Sie sorgt dafür, dass du nachts müde wirst und tagsüber wach bist. Auch der Stoffwechsel folgt diesem Rhythmus. Wenn du gegen deine innere Uhr isst, kann das den Stoffwechsel durcheinanderbringen. Das kennen besonders Menschen, die im Schichtdienst arbeiten. Sie leiden häufiger unter Verdauungsproblemen wie Blähungen oder Verstopfung.

Für wen die Regel nicht geeignet ist

Nicht jeder sollte nach 18 Uhr auf Essen verzichten. Menschen mit Diabetes müssen ihren Blutzucker stabil halten. Lange Essenspausen können hier problematisch sein. Auch Schwangere haben einen erhöhten Nährstoffbedarf und sollten nicht zu lange fasten. Sportler, die abends trainieren, brauchen nach dem Training Energie zur Regeneration. Und wer generell spät ins Bett geht, kann seine letzte Mahlzeit natürlich auch später einnehmen.

Was du abends essen kannst

Wenn dich abends der Hunger packt, musst du nicht hungern. Greife lieber zu leichten Speisen. Joghurt, ein Stück Obst oder eine Handvoll Nüsse sind gute Optionen. Auch Gemüsesuppen oder ein kleiner Salat belasten den Magen nicht. Vermeide dagegen schwere, fettige Speisen und große Portionen. Auch koffeinhaltige Getränke solltest du am Abend weglassen, wenn du gut schlafen möchtest.

Was wirklich zählt

Die Regel, nach 18 Uhr nichts mehr zu essen, ist keine Garantie fürs Abnehmen. Sie kann dir aber helfen, weniger Kalorien zu dir zu nehmen und besser zu schlafen. Viel wichtiger ist jedoch, was du insgesamt am Tag isst. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten bringt mehr als starre Uhrzeitregeln. Höre auf deinen Körper und finde heraus, was für dich persönlich am besten funktioniert. Dein Biorhythmus ist einzigartig. Was bei anderen klappt, muss nicht automatisch auch für dich das Richtige sein.

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