Warum Schneeschippen so oft zu Rückenschmerzen führt

Jedes Jahr im Winter passiert es wieder. Der erste Schnee fällt und viele Menschen greifen zur Schaufel. Was harmlos klingt, endet oft mit Schmerzen im unteren Rücken. Schneeschippen ist anstrengender, als die meisten denken. Der Schnee ist schwer, die Bewegungen einseitig und die Kälte macht die Muskeln steif. Dazu kommt, dass viele Menschen im Alltag wenig körperliche Arbeit gewohnt sind. Der Rücken ist dann schnell überfordert. Mit der richtigen Technik und etwas Vorbereitung kannst du das vermeiden.

Die richtige Schaufel macht den Unterschied

Bevor du loslegst, wirf einen Blick auf dein Werkzeug. Nicht jede Schneeschaufel ist rückenfreundlich. Achte auf einen langen Stiel, der zu deiner Körpergröße passt. Du solltest aufrecht stehen können, ohne dich zu bücken. Ein gebogener Stiel entlastet den Rücken zusätzlich. Das Schaufelblatt sollte nicht zu groß sein. Eine kleinere Schaufel nimmt weniger Schnee auf und ist damit leichter. Das bedeutet zwar mehr Durchgänge, aber deutlich weniger Belastung für deinen Rücken. Kunststoffschaufeln sind leichter als Metallschaufeln und daher oft die bessere Wahl.

Aufwärmen vor dem Schippen

Dein Körper braucht Vorbereitung, bevor du in die Kälte gehst. Die Muskeln sind bei niedrigen Temperaturen weniger durchblutet und damit anfälliger für Verletzungen. Nimm dir fünf Minuten Zeit für leichte Dehnübungen. Kreise mit den Armen, beuge dich vorsichtig nach vorne und zur Seite. Mache ein paar Kniebeugen, um die Beinmuskulatur zu aktivieren. Das klingt vielleicht übertrieben, macht aber einen großen Unterschied. Dein Körper ist danach bereit für die Belastung und das Verletzungsrisiko sinkt deutlich.

Die richtige Technik beim Schaufeln

Die meisten Rückenschmerzen entstehen durch falsche Bewegungen. Viele Menschen bücken sich mit geradem Rücken nach vorne und heben den Schnee nur mit den Armen. Das ist Gift für die Bandscheiben. Gehe stattdessen in die Knie und halte den Rücken gerade. Die Kraft sollte aus den Beinen kommen, nicht aus dem Rücken. Halte die Schaufel nah am Körper. Je weiter du die Arme ausstreckst, desto größer ist die Belastung für den unteren Rücken. Vermeide es, dich beim Werfen des Schnees zu verdrehen. Drehe lieber den ganzen Körper mit den Füßen in die gewünschte Richtung.

Regelmäßige Pausen einlegen

Schneeschippen ist körperliche Schwerstarbeit. Dein Puls steigt, die Muskeln arbeiten auf Hochtouren. Überschätze dich nicht und lege regelmäßig Pausen ein. Alle zehn bis fünfzehn Minuten solltest du kurz innehalten. Strecke dich, lockere die Schultern und atme tief durch. Trinke etwas Warmes, wenn du die Möglichkeit hast. Die Pausen geben deinen Muskeln Zeit zur Erholung. So kannst du länger durchhalten, ohne dich zu überlasten. Höre auf deinen Körper. Wenn du Schmerzen spürst, höre sofort auf.

Schieben statt Heben

Ein einfacher Trick spart viel Kraft und schont den Rücken. Schiebe den Schnee so weit wie möglich, anstatt ihn zu heben. Das funktioniert besonders gut bei frischem, lockerem Schnee. Drücke die Schaufel flach vor dir her und schiebe den Schnee zur Seite oder an den Rand. Erst wenn das nicht mehr geht, musst du heben. Nasser, schwerer Schnee lässt sich schwerer schieben. Hier hilft es, kleinere Mengen aufzunehmen und öfter zu gehen. Lieber mehrmals eine kleine Last als einmal eine zu schwere.

Die richtige Kleidung tragen

Auch die Kleidung spielt eine Rolle für einen schmerzfreien Rücken. Ziehe dich warm an, aber nicht zu dick. Du wirst beim Schippen schnell ins Schwitzen kommen. Mehrere dünne Schichten sind besser als eine dicke Jacke. So kannst du bei Bedarf etwas ausziehen. Besonders wichtig ist es, den unteren Rücken warm zu halten. Ein langes Unterhemd oder eine Nierenwärmer schützt vor Kälte und Zugluft. Gute Schuhe mit rutschfester Sohle geben dir sicheren Halt und verhindern, dass du ausrutschst und dich verrenkst.

Früh anfangen und öfter schippen

Warte nicht, bis sich hohe Schneemassen angesammelt haben. Je mehr Schnee liegt, desto schwerer wird die Arbeit. Wenn es stark schneit, gehe lieber mehrmals nach draußen und räume kleinere Mengen weg. Das ist weniger anstrengend als einmal eine große Menge zu bewältigen. Frischer Schnee ist außerdem leichter als Schnee, der schon länger liegt und sich verdichtet hat. Plane deine Zeit entsprechend ein. Ein bisschen Aufwand zwischendurch erspart dir am Ende viel Mühe und schont deinen Rücken.

Alternativen zur Schneeschaufel

Wenn du häufig Probleme mit dem Rücken hast, lohnt sich vielleicht eine Anschaffung. Schneefräsen nehmen dir die schwere Arbeit ab. Es gibt kleine, handliche Modelle für den Privatgebrauch. Auch ein Schneeschieber mit Rädern kann eine gute Alternative sein. Du schiebst den Schnee damit vor dir her, ohne ihn heben zu müssen. Für kleine Flächen reicht manchmal auch ein Besen, um frischen Pulverschnee wegzufegen. Überlege, was für deine Situation am besten passt.

Nach dem Schippen den Körper pflegen

Die Arbeit ist getan, aber dein Körper braucht jetzt Erholung. Gehe ins Warme und ziehe trockene Kleidung an. Ein warmes Bad oder eine heiße Dusche entspannt die beanspruchten Muskeln. Dehne dich noch einmal leicht, um Verspannungen vorzubeugen. Wenn du leichte Beschwerden spürst, kann eine Wärmflasche auf dem Rücken helfen. Trinke ausreichend, denn auch bei Kälte verliert der Körper Flüssigkeit durch die Anstrengung. Mit dieser Nachsorge startest du am nächsten Tag ohne Schmerzen in den Tag.

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