Sie sind laut, frech und haben einen schlechten Ruf. Elstern gelten als Nesträuber und Diebe, die alles Glänzende stehlen. Ganz so schlimm sind die schwarz-weißen Vögel zwar nicht, aber im Garten können sie trotzdem zur Plage werden. Sie plündern Vogelnester, stören andere Singvögel und machen mit ihrem Geschrei einen Heidenlärm. Wenn du genug von den ungebetenen Gästen hast, gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie loszuwerden.

Warum Elstern in deinen Garten kommen

Elstern sind Allesfresser und ständig auf der Suche nach Nahrung. In Gärten finden sie oft ein reichhaltiges Buffet. Fallobst, Insekten, Schnecken und die Eier anderer Vögel stehen auf ihrem Speiseplan. Auch Katzenfutter, das draußen steht, oder offene Mülltonnen locken sie an. Elstern sind außerdem sehr intelligent und merken sich schnell, wo es etwas zu holen gibt. Wenn dein Garten einmal als gute Futterquelle bekannt ist, kommen sie immer wieder.

Was du über den Schutzstatus wissen musst

Bevor du zur Tat schreitest, solltest du eines wissen: Elstern sind in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Du darfst sie weder fangen noch töten oder ihre Nester zerstören. Auch das Stören während der Brutzeit ist verboten. Erlaubt sind nur Vergrämungsmaßnahmen, die die Vögel vertreiben, ohne ihnen zu schaden. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder. Halte dich also an sanfte Methoden und verzichte auf drastische Maßnahmen.

Futterquellen konsequent beseitigen

Der effektivste Weg, Elstern fernzuhalten, ist das Entfernen von Nahrungsquellen. Räume Fallobst regelmäßig auf und halte deinen Komposthaufen abgedeckt. Stelle Katzenfutter nicht dauerhaft nach draußen und sichere deine Mülltonnen mit fest schließenden Deckeln. Wenn du Singvögel fütterst, verwende Futterhäuschen mit engen Öffnungen, durch die Elstern nicht hindurchpassen. Ohne Futter verlieren die Vögel schnell das Interesse an deinem Garten.

Reflektierende Gegenstände aufhängen

Elstern mögen keine plötzlichen Lichtreflexe. Hänge alte CDs, Alustreifen oder spezielle Vogelabwehrbänder in Bäume und Sträucher. Wenn der Wind sie bewegt, werfen sie Lichtblitze, die die Vögel irritieren. Auch Windspiele aus Metall oder kleine Spiegel können helfen. Der Nachteil: Elstern sind schlau und gewöhnen sich mit der Zeit an die Reflexionen. Wechsle die Position der Gegenstände regelmäßig, um den Effekt aufrechtzuerhalten.

Attrappen von Raubvögeln einsetzen

Elstern haben natürliche Feinde. Habichte, Falken und Uhus jagen die schwarz-weißen Vögel. Eine lebensechte Attrappe eines Raubvogels kann Elstern abschrecken. Platziere sie gut sichtbar im Garten, am besten erhöht auf einem Pfahl oder im Baum. Auch hier gilt: Die Position regelmäßig wechseln. Eine Attrappe, die wochenlang am selben Fleck steht, wird von den cleveren Vögeln schnell als harmlos erkannt.

Rabenkrähen-Attrappen als Warnsignal

Eine tote Krähe signalisiert anderen Rabenvögeln Gefahr. Im Handel gibt es täuschend echte Attrappen von toten Krähen, die du im Garten aufhängen kannst. Elstern und Krähen meiden Orte, an denen sie Artgenossen in dieser Position sehen. Diese Methode klingt makaber, ist aber sehr wirkungsvoll. Achte darauf, die Attrappe wetterfest anzubringen und gelegentlich umzuhängen.

Geräusche zur Vergrämung nutzen

Elstern reagieren empfindlich auf bestimmte Geräusche. Windspiele, klappernde Dosen oder spezielle Ultraschallgeräte können sie vertreiben. Es gibt auch Geräte, die Raubvogelschreie oder Warnrufe von Elstern abspielen. Diese akustischen Vergrämungsmittel funktionieren am Anfang gut, verlieren aber mit der Zeit ihre Wirkung. Kombiniere sie am besten mit anderen Methoden für einen langfristigen Erfolg.

Netze zum Schutz von Beeten und Obstbäumen

Wenn Elstern deine Beeren oder dein Obst plündern, helfen Vogelschutznetze. Spanne sie über Beerensträucher, Obstbäume oder Gemüsebeete. Achte auf eine Maschenweite, die klein genug ist, damit die Vögel nicht hindurchschlüpfen können. Die Netze sollten straff gespannt sein, damit sich keine Vögel darin verfangen. Diese Methode schützt zuverlässig deine Ernte, ohne den Tieren zu schaden.

Singvögel mit sicheren Nistkästen schützen

Elstern plündern gerne die Nester kleinerer Vögel. Wenn du Singvögel in deinem Garten fördern möchtest, biete ihnen sichere Nistmöglichkeiten. Nistkästen mit kleinen Einfluglöchern sind für Elstern unerreichbar. Hänge sie in dichtem Gebüsch oder an geschützten Stellen auf. Dornige Hecken wie Weißdorn oder Schlehe bieten natürlichen Schutz für brütende Vögel und machen es Elstern schwer, an die Nester zu gelangen.

Den Garten unattraktiv gestalten

Elstern bevorzugen offene Flächen, auf denen sie Feinde früh erkennen können. Ein Garten mit vielen Versteckmöglichkeiten ist für sie weniger einladend. Pflanze dichte Sträucher und Hecken, die Sichtschutz bieten. Vermeide große kahle Rasenflächen ohne Struktur. Je unübersichtlicher dein Garten für die Vögel ist, desto unwohler fühlen sie sich dort.

Wasserstrahl als sanfte Abschreckung

Bewegungsgesteuerte Wassersprinkler können Elstern effektiv vertreiben. Sobald ein Vogel den Sensor auslöst, sprüht ein kurzer Wasserstrahl in seine Richtung. Das erschreckt die Tiere und sie lernen schnell, den Bereich zu meiden. Diese Methode ist tierfreundlich und funktioniert auch gegen andere unerwünschte Gartenbesucher wie Katzen oder Rehe. Die Sprinkler sind im Gartenfachhandel erhältlich.

Geduld und Kombination sind der Schlüssel

Eine einzelne Maßnahme reicht selten aus, um Elstern dauerhaft zu vertreiben. Die Vögel sind intelligent und passen sich schnell an. Kombiniere verschiedene Methoden und wechsle sie regelmäßig ab. Entferne konsequent Futterquellen und setze gleichzeitig optische und akustische Vergrämungsmittel ein. Mit etwas Geduld und der richtigen Strategie wird dein Garten für Elstern uninteressant und sie suchen sich ein anderes Revier.

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