Joghurt gehört zu den ältesten Lebensmitteln der Menschheit. Schon vor Tausenden von Jahren entdeckten Menschen zufällig, dass Milch durch bestimmte Bakterien zu einer cremigen Masse wird. Heute steht Joghurt in fast jedem Kühlschrank. Er ist schnell zur Hand, schmeckt pur oder mit Früchten und passt zu süßen wie herzhaften Gerichten. Viele Menschen essen täglich Joghurt. Doch was passiert eigentlich im Körper, wenn du das regelmäßig tust?
Was steckt im Joghurt
Joghurt liefert eine ganze Reihe wichtiger Nährstoffe. Er enthält hochwertiges Eiweiß, das deine Muskeln und Zellen brauchen. Kalzium stärkt Knochen und Zähne. Auch B-Vitamine wie B2 und B12 sind reichlich vorhanden. Sie unterstützen den Energiestoffwechsel und die Nervenfunktion. Je nach Sorte variiert der Fettgehalt. Naturjoghurt mit 3,5 Prozent Fett hat etwa 70 Kalorien pro 100 Gramm. Magere Varianten kommen mit weniger aus.
Die Kraft der Milchsäurebakterien
Das Besondere am Joghurt sind die lebenden Milchsäurebakterien. Sie entstehen bei der Fermentation und machen aus Milch erst Joghurt. Diese Bakterien sind nicht nur für den säuerlichen Geschmack verantwortlich. Sie gelten als probiotisch und können positive Effekte auf die Darmgesundheit haben. Allerdings überleben nicht alle Bakterien die Magenpassage. Joghurt mit speziellen probiotischen Kulturen enthält Stämme, die widerstandsfähiger sind.
Joghurt und die Darmgesundheit
Dein Darm beherbergt Billionen von Bakterien. Diese Darmflora beeinflusst nicht nur die Verdauung, sondern auch das Immunsystem und sogar die Stimmung. Regelmäßiger Joghurtkonsum kann die Vielfalt der Darmbakterien fördern. Studien zeigen, dass Menschen, die täglich Joghurt essen, seltener unter Verdauungsproblemen leiden. Besonders bei Verstopfung oder nach einer Antibiotikatherapie kann Joghurt helfen, die Darmflora wieder aufzubauen.
Vorteile für das Immunsystem
Ein großer Teil des Immunsystems sitzt im Darm. Wenn die Darmflora gesund ist, funktioniert auch die Abwehr besser. Die probiotischen Bakterien im Joghurt können die Immunzellen aktivieren und Entzündungen reduzieren. Einige Studien deuten darauf hin, dass regelmäßiger Joghurtkonsum die Häufigkeit und Dauer von Erkältungen verringern kann. Das ist besonders in der kalten Jahreszeit ein gutes Argument für den täglichen Joghurt.
Joghurt und die Knochengesundheit
Kalzium ist der wichtigste Baustein für starke Knochen. Ein Becher Joghurt mit 150 Gramm liefert etwa 180 Milligramm Kalzium. Das entspricht fast einem Fünftel des Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Zusammen mit Vitamin D, das der Körper für die Kalziumaufnahme braucht, unterstützt Joghurt die Knochengesundheit. Besonders für Frauen nach den Wechseljahren und ältere Menschen ist eine ausreichende Kalziumzufuhr wichtig, um Osteoporose vorzubeugen.
Kann Joghurt beim Abnehmen helfen
Joghurt kann eine sinnvolle Ergänzung bei einer Diät sein. Das Eiweiß sättigt gut und hält den Blutzucker stabil. Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig Milchprodukte essen, tendenziell weniger Bauchfett haben. Allerdings kommt es auf die Sorte an. Fruchtjoghurt aus dem Supermarkt enthält oft viel Zucker und damit auch viele Kalorien. Naturjoghurt ist die bessere Wahl. Du kannst ihn selbst mit frischem Obst süßen und kontrollierst so den Zuckergehalt.
Die Sache mit dem Zucker
Viele Joghurtsorten sind echte Zuckerbomben. Ein kleiner Becher Fruchtjoghurt kann leicht 20 Gramm Zucker enthalten. Das entspricht etwa fünf Teelöffeln. Wenn du jeden Tag solchen Joghurt isst, nimmst du eine Menge versteckten Zucker zu dir. Das kann zu Gewichtszunahme führen und ist nicht gut für die Zähne. Greife lieber zu Naturjoghurt und süße ihn bei Bedarf mit etwas Honig oder frischen Früchten. So behältst du die Kontrolle.
Laktoseintoleranz und Joghurt
Menschen mit Laktoseintoleranz vertragen Milchzucker nicht gut. Interessanterweise ist Joghurt für viele Betroffene besser verträglich als Milch. Die Milchsäurebakterien bauen einen Teil der Laktose bereits ab. Außerdem verlangsamt die dickere Konsistenz die Magenentleerung. So hat der Körper mehr Zeit, den restlichen Milchzucker zu verdauen. Wer sehr empfindlich ist, kann auf laktosefreien Joghurt ausweichen. Er schmeckt genauso gut und ist garantiert verträglich.
Griechischer Joghurt und Skyr
Neben normalem Joghurt gibt es weitere Varianten. Griechischer Joghurt wird stärker abgetropft und ist dadurch cremiger und eiweißreicher. Er enthält etwa doppelt so viel Protein wie herkömmlicher Joghurt. Skyr stammt aus Island und ist technisch gesehen ein Frischkäse. Auch er punktet mit viel Eiweiß und wenig Fett. Beide Varianten eignen sich besonders gut für Sportler oder alle, die auf ihre Proteinzufuhr achten. Sie sättigen lange und unterstützen den Muskelaufbau.
Wie viel Joghurt pro Tag ist gesund
Eine Portion von 150 bis 200 Gramm Joghurt pro Tag ist für die meisten Menschen unbedenklich und gesund. Das entspricht etwa einem Becher. Manche Ernährungsexperten empfehlen sogar zwei bis drei Portionen Milchprodukte täglich. Dabei sollte Joghurt aber nicht die einzige Kalziumquelle sein. Auch Käse, Milch und kalziumreiches Gemüse wie Brokkoli gehören auf den Speiseplan. Abwechslung ist wie immer der Schlüssel zu einer ausgewogenen Ernährung.
Joghurt als täglicher Begleiter
Jeden Tag Joghurt zu essen, kann deiner Gesundheit guttun. Die probiotischen Bakterien unterstützen die Darmflora und stärken das Immunsystem. Kalzium und Eiweiß versorgen Knochen und Muskeln. Achte auf Naturjoghurt ohne zugesetzten Zucker und wähle bei Bedarf fettarme Varianten. Kombiniere den Joghurt mit frischem Obst, Nüssen oder Haferflocken für eine vollwertige Mahlzeit. So wird der tägliche Joghurt zu einem wertvollen Baustein deiner Ernährung.