Warum du Sardinen selbst ausnehmen solltest

Frische Sardinen sind eine Delikatesse. Auf dem Markt oder beim Fischhändler bekommst du sie oft im Ganzen. Das bedeutet, du musst sie vor dem Zubereiten ausnehmen. Viele Menschen scheuen sich davor und greifen lieber zu fertigen Produkten aus der Dose. Dabei ist das Ausnehmen von Sardinen gar nicht schwer. Mit etwas Übung geht es schnell von der Hand. Der Aufwand lohnt sich, denn frisch zubereitete Sardinen schmecken deutlich besser als ihre Verwandten aus der Konserve. Außerdem weißt du genau, was auf deinem Teller landet.

Die richtige Vorbereitung

Bevor du loslegst, solltest du alles bereitstellen, was du brauchst. Ein scharfes Messer ist wichtig. Am besten eignet sich ein kleines Küchenmesser oder ein spezielles Filiermesser. Lege ein Schneidebrett bereit, das du gut reinigen kannst. Kunststoff oder Glas sind besser geeignet als Holz, da Holz Gerüche aufnimmt. Stelle eine Schüssel für die Abfälle auf und eine weitere für die ausgenommenen Sardinen. Kaltes Wasser zum Abspülen sollte ebenfalls griffbereit sein. Manche legen die Sardinen vorher kurz ins Eiswasser. Das macht das Fleisch fester und die Arbeit einfacher.

Die Schuppen entfernen

Sardinen haben kleine, feine Schuppen. Diese solltest du vor dem Ausnehmen entfernen. Halte die Sardine am Schwanz fest und streiche mit dem Messerrücken oder einem Löffel vom Schwanz zum Kopf. Die Schuppen lösen sich dabei und fallen ab. Arbeite auf beiden Seiten des Fisches. Spüle die Sardine zwischendurch unter kaltem Wasser ab, um lose Schuppen zu entfernen. Bei sehr frischen Sardinen lassen sich die Schuppen manchmal auch einfach mit den Fingern abreiben. Das geht schneller, erfordert aber etwas mehr Druck.

Den Kopf abtrennen

Jetzt geht es ans eigentliche Ausnehmen. Lege die Sardine flach auf das Schneidebrett. Setze das Messer direkt hinter den Kiemen an. Schneide schräg nach unten in Richtung Bauch. Du musst nicht komplett durch den Fisch schneiden. Es reicht, wenn du etwa zur Hälfte einschneidest. Halte den Kopf fest und ziehe ihn vorsichtig vom Körper weg. Wenn du es richtig machst, kommen die Innereien gleich mit heraus. Das spart einen Arbeitsschritt. Falls nicht, ist das auch kein Problem. Die Eingeweide entfernst du dann im nächsten Schritt.

Die Innereien entfernen

Sollten die Innereien nicht mit dem Kopf herausgekommen sein, musst du sie separat entfernen. Schneide dafür den Bauch der Sardine vom Kopfende bis zum After auf. Der Schnitt muss nicht tief sein, da die Bauchwand dünn ist. Öffne den Bauch mit den Fingern und hole die Eingeweide heraus. Bei kleinen Sardinen geht das am einfachsten mit dem Daumen. Streiche von oben nach unten und schiebe alles heraus. Achte darauf, dass keine Reste zurückbleiben. Besonders die dunkle Niere entlang der Wirbelsäule solltest du gründlich entfernen. Sie kann sonst bitter schmecken.

Gründlich spülen

Nach dem Ausnehmen ist Sauberkeit wichtig. Halte die Sardine unter fließendes kaltes Wasser. Spüle die Bauchhöhle gründlich aus. Mit dem Finger kannst du letzte Reste entfernen. Auch die Außenseite solltest du abspülen, um Schuppen und Blutreste zu beseitigen. Manche kratzen mit einem Messer vorsichtig entlang der Wirbelsäule, um die dunkle Niere vollständig zu entfernen. Je sauberer du arbeitest, desto besser schmeckt der Fisch später. Tupfe die Sardinen nach dem Waschen mit Küchenpapier trocken. So werden sie beim Braten schön knusprig.

Die Gräten entfernen oder nicht

Bei Sardinen hast du die Wahl. Du kannst sie mit Gräten zubereiten oder diese vorher entfernen. Die Gräten von Sardinen sind weich und essbar, besonders wenn du die Fische brätst oder grillst. Viele Menschen essen sie einfach mit. Wenn du die Gräten entfernen möchtest, schneide die Sardine am Rücken entlang auf. Klappe sie wie ein Buch auf und löse die Mittelgräte vorsichtig heraus. Ziehe sie vom Schwanz zum Kopfende. Die kleinen Gräten kommen meist mit. Diese Methode erfordert etwas Übung, liefert aber ein grätenfreies Ergebnis.

Tipps für Anfänger

Wenn du zum ersten Mal Sardinen ausnimmst, kaufe lieber ein paar mehr. Die ersten Versuche gelingen nicht immer perfekt. Mit jeder Sardine wirst du sicherer und schneller. Arbeite zügig, aber ohne Hektik. Frischer Fisch sollte nicht zu lange ungekühlt bleiben. Wenn du viele Sardinen ausnehmen musst, lege die fertigen zurück auf Eis. So bleiben sie frisch, während du die restlichen bearbeitest. Nach dem Ausnehmen solltest du die Sardinen möglichst bald zubereiten. Im Kühlschrank halten sie sich noch einen Tag, länger solltest du nicht warten.

Hygiene nicht vergessen

Roher Fisch erfordert besondere Sorgfalt bei der Hygiene. Wasche deine Hände vor und nach dem Arbeiten gründlich mit Seife. Reinige alle Arbeitsflächen und Werkzeuge sofort nach dem Ausnehmen. Verwende am besten heißes Wasser und Spülmittel. Das Schneidebrett kannst du zusätzlich mit Essig oder Zitronensaft abreiben. Das neutralisiert Gerüche und wirkt antibakteriell. Entsorge die Fischabfälle zügig, damit keine unangenehmen Gerüche entstehen. Im Sommer empfiehlt es sich, die Reste direkt in den Außenmüll zu bringen.

Frische Sardinen richtig genießen

Das Ausnehmen von Sardinen ist einfacher als gedacht. Nach ein paar Versuchen geht es dir leicht von der Hand. Der kleine Aufwand wird mit einem großartigen Geschmack belohnt. Frisch ausgenommene Sardinen kannst du grillen, braten oder im Ofen backen. Mit etwas Olivenöl, Knoblauch und Zitrone werden sie zu einem mediterranen Genuss. Trau dich an die frische Ware heran und probiere es aus. Du wirst den Unterschied zu Dosensardinen sofort schmecken.

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